Ein Garagentor richtig ausmessen bedeutet: lichte Breite, lichte Höhe, Sturzhöhe, Leibungsbreite und Garagentiefe ermitteln. Alle Maße in Millimeter, an mindestens 3 Punkten gemessen. Sektionaltore benötigen 150–230 mm Sturz. Rolltore kommen ab 160 mm aus. Wer das Fertigboden-Maß vergisst, riskiert eine Fehlbestellung.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Alle Maße immer in Millimeter angeben, nicht in Zentimeter.
- Jedes Maß an 3 Punkten messen und den kleinsten Wert verwenden.
- Lichtmaß und Bestellmaß sind verschieden und weichen um 10–40 mm voneinander ab.
- Sektionaltore brauchen 150–230 mm Sturz, Rolltor RGW ab 160 mm.
- Die Höhe immer ab fertigem Bodenbelag messen, nicht ab Rohboden.
- Dunkle Farben wie RAL 7016 dehnen sich aus — beim Bestellen +2–3 mm Toleranz einplanen.
Was bedeuten Rohbaumaß, Lichtmaß und Bestellmaß?
Diese 3 Begriffe verwechseln die meisten Menschen — und genau da entstehen die teuersten Fehler. Schauen wir sie uns kurz an, damit das klar ist.
Das Rohbaumaß ist die Öffnung, wie sie nach dem Mauern im unfertigen Zustand dasteht. Noch kein Putz, kein Estrich, nichts. Zum Beispiel: 2.520 mm breit.
Nach dem Verputzen und Verlegen des Bodens wird diese Öffnung kleiner. Das, was dann übrig bleibt, nennt man das Lichtmaß. In unserem Beispiel wären das vielleicht noch 2.480 mm. Das ist das Maß, durch das Ihr Auto später fährt.
Das Bestellmaß ist nochmal etwas anderes. Der Hersteller braucht einen eigenen Wert, der Montagetoleranz und Zargenraum einrechnet. Beim Sektionaltor K2 RFS 60 liegt das Bestellmaß typischerweise bei Lichtmaß + 20 mm in der Breite. Lichtmaß und Bestellmaß weichen je nach Tortyp um 10–40 mm voneinander ab.
| Begriff | Was es ist | Beispiel |
| Rohbaumaß | Öffnung vor Putz und Estrich | 2.520 mm Breite |
| Lichtmaß | Nutzbare Öffnung nach Fertigstellung | 2.480 mm Breite |
| Bestellmaß | Wert für den Hersteller | 2.500 mm |
Wer alle verfügbaren Tormodelle mit ihren jeweiligen Bestellformeln vergleichen möchte, findet den vollständigen Überblick auf der Seite Garagentore aus Polen.
Wie messe ich ein Garagentor richtig aus? Die 5 Schritte
Gut. Jetzt wird’s praktisch. Holen Sie sich ein Maßband und einen Stift. Wirklich — messen Sie das nicht aus dem Kopf.
Garagenwände sind selten perfekt gerade. Von oben nach unten können sie um 10–30 mm voneinander abweichen. Deshalb gilt bei jedem Schritt: immer an 3 Punkten messen und immer den kleinsten Wert notieren.
Noch etwas vor dem Start: Wenn Sie einen elektrischen Antrieb einplanen — wie etwa die Modelle aus der Übersicht Moderne Garagentorantriebe für Ihr Zuhause — dann braucht dieser Antrieb zusätzlichen Platz über dem Tor. Das gehört bereits in Schritt 3 berücksichtigt.

Die 5 Messschritte:
- Lichte Breite messen — von der linken zur rechten Innenmauerkante, an 3 Punkten (oben, Mitte, unten). Den kleinsten Wert notieren.
- Lichte Höhe messen — vom Fertigboden bis zur Sturzunterkante, an 3 Punkten (links, Mitte, rechts). Den kleinsten Wert notieren. Wichtig: Das Maß erst nehmen, wenn der Boden fertig verlegt ist.
- Sturzhöhe messen — der freie Platz zwischen Sturzunterkante und Garagendecke. Sektionaltor: 150–230 mm. Rolltor RGW: ab 160 mm. Mit elektrischem Antrieb: +80–150 mm zusätzlich einplanen.
- Leibungsbreite messen — der seitliche Abstand von der Öffnungskante zur Garagenwand, links und rechts getrennt. Standardschienen benötigen mindestens 90–100 mm.
- Garagentiefe messen — die Innenraumtiefe ab der Toröffnung. Formel: Torhöhe + mindestens 1.200 mm ohne Antrieb. Mit Antrieb: Torhöhe + 1.300 mm.
Jeder dieser 5 Schritte hat seine eigene Fehlerquelle. Die häufigsten Fehler lesen Sie weiter unten. Wer alle 5 Werte korrekt hat, kann das Aufmaß direkt an den Händler weitergeben.
Was hat der Fußboden damit zu tun?
Hier liegt der häufigste Einzelfehler beim Eigenaufmaß. Viele messen die Höhe am Rohboden — und bestellen dann ein Tor, das nach der Estrichverlegung klemmt. Ein Estrich hat typischerweise eine Aufbauhöhe von 50–80 mm. Das ist kein kleiner Unterschied.
Ein Tor, das klemmt, lässt sich nicht nachträglich kürzen. Es muss neu bestellt werden. Das kostet Zeit und Geld. Die Lösung ist einfach: Höhe immer ab fertigem Bodenbelag messen.
Was Sie konkret tun:
- Bodenbelag bereits verlegt? Messen Sie ab der fertigen Oberfläche.
- Noch kein Boden verlegt? Ziehen Sie die geplante Aufbauhöhe vom Rohbodenwert ab — zum Beispiel 60 mm für Estrich.
- Bei Gefälle oder unebenem Boden: den niedrigsten Punkt der Einfahrt als Referenz nehmen.
- Im Zweifel: Fachbetrieb vor Ort messen lassen.
Welche Maße gelten für welchen Tortyp?
Das ist der Punkt, den fast niemand erklärt — und der dennoch über alles entscheidet. Sektionaltor, Rolltor und Schwingtor brauchen grundverschiedene Raummaße.
Ein Sektionaltor benötigt 150–230 mm Sturz und 90–100 mm Leibung. Ein Rolltor RGW kommt mit 160 mm Sturz aus. Ein Schwingtor braucht bis zu 300 mm Sturz und zusätzlich 1.000–1.200 mm Raumtiefe über die Torhöhe hinaus. Wer den falschen Wert für seinen Tortyp nimmt, riskiert Umbaukosten von 500–1.500 EUR.
Ist Ihr Sturz unter 200 mm? Dann scheidet ein Sektionaltor mechanisch aus. Ein Rolltor ist die Lösung. Ist kein Platz im Innenbereich vorhanden, kommt das RGZ mit Außenkassette infrage — auf der Seite Rolltore für jede Anwendung sehen Sie alle Varianten im Überblick.
Elektrische RGW-Rolltore ohne Kassette brauchen eine Sturzhöhe ab 160 mm. Das sind bis zu 70 mm weniger als ein Sektionaltor. In vielen Altbauten entscheidet genau dieser Unterschied darüber, welches Tor überhaupt eingebaut werden kann.
Vergleichstabelle: Welcher Tortyp passt zu welchem Garagenmaß?
| Kriterium | Sektionaltor K2 | Rolltor RGW | Rolltor RGZ | Schwingtor |
| Sturz min. | 150–230 mm | 160 mm | 0 mm (Kassette außen) | 200–300 mm |
| Leibung min. | 90–100 mm | 60–80 mm | 60–80 mm | 80–100 mm |
| Garagentiefe min. | Höhe + 1.200 mm | Höhe + 400 mm | Höhe + 400 mm | Höhe + 1.000–1.200 mm |
| Wärmedämmung | bis U = 0,98 W/m²K | keine (Kalttor) | keine (Kalttor) | gering |
| Einbruchschutz RC2 | optional, TÜV-zertifiziert | nein | nein | nein |
| Sondermaß | ohne Aufpreis bei KRISPOL | ohne Aufpreis | ohne Aufpreis | je Hersteller |
Welches Tor passt zu Ihrer Situation? 6 Entscheidungsregeln:
Sturzhöhe unter 200 mm im Innenraum: Rolltor RGW oder RGZ wählen. Ein Sektionaltor ist mechanisch nicht montierbar.
Sturzhöhe über 200 mm und Garagentiefe mindestens Torhöhe + 1.200 mm: Das Sektionaltor K2 ist die erste Wahl. Es bietet Wärmedämmung bis U = 0,98 W/m²K.
Kein Platz im Sturzbereich innen, Außenfassade aber zugänglich: Das Rolltor RGZ mit Außenkassette wählen. Kein Eingriff ins Mauerwerk nötig.
Schwingtor vorhanden und Ersatz gesucht: Das Sektionaltor K2 ist der direkte Upgrade. Ein Schwingtor braucht mehr Raumtiefe als ein Sektionaltor.
Beheizter Garagenraum: Nur das Sektionaltor K2 RFS 60 macht Sinn, mit U = 0,98 W/m²K. Rolltore sind Kalttore und dämmen nicht.
Wunschfarbe RAL 7016 Anthrazit: Bei Sektionaltor und Rolltor verfügbar. Die thermische Ausdehnung bei dunklen Tönen beachten und +2–3 mm Toleranz einplanen.
Die 5 häufigsten Messfehler
Kommen wir zu dem Teil, der die meisten Probleme verursacht. Diese 5 Fehler passieren ständig — vor allem beim Eigenaufmaß ohne Fachbetrieb.
Besonders bei einer Torauswechslung — alle Hinweise dazu bietet die Seite Die Renovierung Ihres Garagentores — treten Messfehler häufiger auf als beim Neubau. Der Grund: Bei einer Renovierung gibt es eine alte Zarge, einen Boden der vielleicht nicht mehr eben ist und Wände die sich im Lauf der Jahre gesetzt haben. Das irritiert beim Messen — und wer dabei nachlässig ist, zahlt es doppelt.
Die 5 Fehler und was sie bewirken:
- Fehler 1 — Rohboden statt Fertigboden: Höhe immer nach Estrich oder Belag messen. Estrich-Aufbau: typisch 50–80 mm. Konsequenz: Das Tor klemmt nach der Bodenverlegung.
- Fehler 2 — Nur ein Messpunkt: Mindestens 3 Punkte messen. Oben, Mitte, unten für die Breite. Links, Mitte, rechts für die Höhe. Immer das kleinste Maß verwenden. Konsequenz: Die engste Stelle wird übersehen und das Tor passt nicht.
- Fehler 3 — Sturzhöhe ohne Antriebs-Zuschlag: Ein Antrieb braucht 80–150 mm über die mechanische Sturzhöhe hinaus. Bei den STARCUS-Modellen F35, F50 und F70 immer die Montageanleitung prüfen. Konsequenz: Der Antrieb lässt sich später nicht montieren.
- Fehler 4 — Leibung vergessen: Beidseitig messen. Unter 90 mm auf einer Seite sind die Schienen ohne Sonderlösung nicht montierbar. Konsequenz: Die Montage scheitert vor Ort.
- Fehler 5 — Maße in Zentimeter angeben: Hersteller arbeiten mit Millimeter. Abweichungen von ±10 mm überschreiten die Passtoleranz. Alle Maße in mm notieren und übergeben.

Was ist bei einer Renovierung anders als beim Neubau?
Gute Frage — und eine, die viele erst merken, wenn es zu spät ist. Bei einer Renovierung misst man anders als beim Neubau. Die entscheidende Frage lautet: Bleibt die alte Zarge oder wird sie entfernt?
Wer in der alten Zarge misst und ein Tor im Mauerwerksmaß bestellt, hat ein Problem. Das neue Tor ist zu groß für die Zarge. Das passiert öfter als man denkt.
So gehen Sie richtig vor:
- Alte Zarge bleibt: Maß innerhalb der Zarge nehmen, nicht im Mauerwerk.
- Alte Zarge wird entfernt: Mauerwerksöffnung messen und Toleranz berechnen.
- Alte Bodenanschlussleiste entfernen und die Fertigbodenhöhe neu ermitteln.
- Tortyp kann bei einer Renovierung gewechselt werden — zum Beispiel von Schwingtor auf Sektionaltor K2. Dann neue Raummaße prüfen, weil beide Typen unterschiedliche Sturz- und Tiefenmaße benötigen.
Standardmaße und Sondermaße: Was bedeutet Ihr gemessenes Maß für die Bestellung?
In Deutschland gibt es 11 gängige Standardmaße für Garagentore. Die häufigste Kombination ist 2.500 × 2.125 mm. Bei KRISPOL entstehen für Sondermaße keine zusätzlichen Kosten — jedes Tor wird in 2 Wochen individuell gefertigt.
Viele Garagen in Deutschland weichen leicht von Standardmaßen ab — 2.530 mm statt 2.500 mm zum Beispiel. Bei anderen Herstellern kostet das einen Aufpreis. Bei KRISPOL gilt: Jedes Maß, jede Farbe, gleicher Preis.
Auch Elektrische RGZ-Rolltore mit Kassette werden ohne Aufpreis auf jedes gemessene Sondermaß gefertigt. Das gilt für alle Modelle. Sondermaße kombinieren sich dabei mit der vollständigen Farbpalette für Garagentore und Industrietore — 200 RAL-Töne und 2050 NCS-Töne, ebenfalls ohne Aufpreis.
Die 5 häufigsten Standardmaße in Deutschland:
| Breite × Höhe | Einsatz |
| 2.250 × 2.000 mm | Kleines Einfamilienhaus |
| 2.500 × 2.000 mm | Häufigste Kombination |
| 2.500 × 2.125 mm | Standardhöhe Neubau |
| 2.750 × 2.125 mm | Breite Einfahrt |
| 3.000 × 2.000 mm | Doppelgarage |
KRISPOL fertigt Sondermaße bis 6.000 × 3.000 mm, ohne Aufpreis.
Dunkle Farben wie RAL 7016: Was beim Messen zu beachten ist
Das ist ein Hinweis, den Sie nirgendwo anders finden — und der bares Geld spart. Dunkle Töne wie RAL 7016 Anthrazit oder RAL 9005 Schwarz erhitzen sich im Sommer auf bis zu 80 °C. Metall dehnt sich bei Wärme aus — und bei einem 2.500 mm breiten Tor kann das 2–3 mm ausmachen.
Das klingt wenig. Aber 2 mm können dazu führen, dass ein Tor klemmt oder sich im Rahmen schwer bewegt. Hersteller empfehlen für dunkle Töne deshalb eine Toleranz von +2–3 mm beim Bestellmaß.
Was Sie konkret tun:
- RAL 7016, RAL 9005 und tiefe NCS-Töne: +2–3 mm Toleranz beim Bestellmaß einplanen.
- Helle Töne wie RAL 9016 und RAL 9010: keine Sondertoleranz nötig.
- Im Zweifel: Händler klärt beim Aufmaß die genauen Toleranzwerte für das jeweilige Modell.
- Die Krispol Farbpalette umfasst 200 RAL-Töne und 2050 NCS-Töne — Toleranzhinweise stehen in den jeweiligen Produktdatenblättern.

Häufig gestellte Fragen
Ein Garagentor richtig ausmessen bedeutet: in Millimeter, an mindestens 3 Punkten, ab Fertigboden — mit separaten Werten für Breite, Höhe, Sturz, Leibung und Garagentiefe. Wer unsicher ist, findet über die Seite Finden Sie einen Krispol-Händler in Ihrer Nähe den nächsten autorisierten Fachbetrieb für ein Aufmaß vor Ort.
1/ Welche Maße brauche ich für ein neues Garagentor?
Sie brauchen 5 Maße: lichte Breite (3 Punkte, kleinster Wert), lichte Höhe (3 Punkte ab Fertigboden, kleinster Wert), Sturzhöhe, Leibungsbreite beidseitig und Garagentiefe. Alle Angaben in Millimeter. Nur mit allen 5 Werten kann der Hersteller ein passendes Tor fertigen.
2/ Was ist der Unterschied zwischen Lichtmaß und Bestellmaß?
Das Lichtmaß ist die freie Durchfahrtsgröße nach der Fertigstellung. Das Bestellmaß weicht davon um 10–40 mm ab, weil Montagetoleranz und Zarge eingerechnet werden. Die genaue Bestellformel gibt der jeweilige Hersteller vor.
3/ Wie viel Platz brauche ich über dem Garagentor?
Sektionaltor: 150–230 mm je nach Federtyp. Rolltor RGW: ab 160 mm. Mit elektrischem Antrieb: +80–150 mm zusätzlich. Schwingtor: 200–300 mm. Wer den Antriebs-Zuschlag vergisst, kann den Antrieb später nicht mehr montieren.
4/ Was passiert, wenn ich falsch gemessen habe?
Das Tor kann nicht montiert werden. Je nach Abweichung sind Umbauarbeiten am Mauerwerk nötig oder das Tor muss neu bestellt werden. Deshalb im Zweifel immer den Händler vor Ort messen lassen.
5/ Gibt es Standardmaße und muss ich genau diese bestellen?
Ja — 11 gängige Standardmaße existieren in Deutschland. Die häufigste Kombination ist 2.500 × 2.125 mm. Bei KRISPOL entstehen für Sondermaße keine Mehrkosten. Das Tor wird in 2 Wochen auf Ihr genaues Lichtmaß gefertigt.
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